In meinem letzten Beitrag schrieb ich über die Eigenschaften der Blockchain. Die Kombination der Eigenschaften Dezentralität, Transparenz, Irreversibilität und Anonymität verleihen der Technologie Blockchain ihre Einzigartigkeit und führen dazu, dass die Einsatzbereiche, in denen eine Blockchain zur Verwendung kommen kann, sehr gründlich geprüft werden sollten.

Ist die Entscheidung gefallen, dass die Technologie Blockchain die geeignete Technologie für seinen Anwendungzweck ist, dann stellt sich schnell die Frage, was unterscheidet jetzt eigentlich die Blockchain von „traditionellen“ Technologien und warum setze ich nicht auf heute bereits weit verbreitete Technologien, wie Server-Client- oder Cloud-Lösungen?

Mit diesem Beitrag möchte ich die aktuell vorherrschenden Technologien zu einem Vergleich heranziehen und beleuchten, worin unterscheiden sich diese und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen.

 

Zentraler Server

Die älteste von den heutzutage klassischen IT-Architekturen ist ganz simpel und findet bis heute die meiste Anwendung in der Praxis. Es handelt sich hierbei um einen zentralen Server, auf dem alle Daten liegen. Jeder befugte Anwender kann die Daten aus diesem einen Server lesen, für die er berechtigt ist und eventuell auch schreiben. Natürlich werden heutzutage bei Verwendung dieser Art von Technologie die Daten mehrmals gesichert, um den Verlust der Daten zu vermeiden.

Vorteile

  • ein Zentraler Server wird selbst betrieben, dementsprechend kommt es zur vereinfachten Wartung und Support
  • Ein interner sowie externer Nutzer hat keine Kosten für die Wartung und Datenhaltung.

Nachteile

  • Ein externer Nutzer möchte für gewöhnlich nicht seine sensiblen Daten an eine zentrale Stelle abgeben.
  • Hoher Aufwand und Kosten für den Betrieb und die Sicherheit eines zentralen Servers bei größeren Datenständen.

Cloud

Eine sehr moderne Technologie heutzutage ist eine Cloud-Lösung. Das ist sehr verwandt der oben genannten Architektur, wobei hier betreibt den Server ein unabhängiger Anbieter. Alle Daten werden mehrmals gesichert.

Vorteile

  • Der Anbieter dieser Leistung übernimmt alle Kosten und trägt Support, somit spart der Nutzer den Speicherplatz, Arbeitskraft und Wartung.
  • In der Regel problemloser Zugriff auf die Daten weltweit.

Nachteile

  • Alle Daten liegen nicht bei dem Nutzer, sondern bei dem Cloud-Betreiber. Somit besteht das Risiko der Manipulation bzw. des Diebstahls der Daten.
  • Der Datenaustausch zwischen kooperierenden Parteien ist eingeschränkt.

Blockchain

Blockchain ist eine recht junge, dezentrale Technologie. Das Grundprinzip dieser Technologie ist die Verteilung aller Daten über alle Teilnehmer des Netzwerkes, sprich jeder kriegt den lesenden Zugriff auf alle Daten und kann seine Daten mit allen und nur mit allen teilen.

Vorteile

  • Dadurch, dass jeder Teilnehmer den Zugriff auf alle Daten bekommt, ist es unmöglich dank der Eigenschaften einer Blockchain diese zu manipulieren. Und dank dieser Eigenschaften, beim Absturz des eigenen Servers, kriegt der Nutzer den aktuellen Stand der Blockchain wiederhergestellt.
  • Eine Anwendung kann beliebig konzipiert werden, sodass trotz des öffentlichen Zugriffes sensible Informationen verschlüsselt bleiben und nur für eine befugte Teilmenge der Nutzer im Klartext einsehbar ist.

Nachteile

  • Jeder Teilnehmer muss einen eigenen Server betreiben und alle auch für ihn irrelevante Daten bei sich halten.
  • Energiekosten für die Validierung der eingehenden Transaktionen.

Distributed-Ledger-Technologie (DLT)

Man kann sich eine Distributed-Ledger-Technologie als Erweiterung einer Blockchain vorstellen. Im Gegensatz zu einer klassischen Blockchain-Technologie, wo jeder Teilnehmer aus dem gleichen Netzwerk alle Daten einsehen kann, kann man in einem Distributed-Leger-Netzwerk die sogenannten Channels zwischen zwei oder mehreren oder sogar allen Teilnehmern definieren, zwischen den die Kommunikation erlaubt ist und Daten gegenseitig eingesehen werden können. Später mehr zu dieser speziellen Form der Blockchain.

Vorteile

  • Nur befugte Teilnehmer können die Daten einsehen und innerhalb eines konfigurierten Channels ihre Daten transferieren.
  • Ein Unbefugter muss nicht alle Daten bei sich halten, sondern nur die relevanten und für seine Channels erlaubten Daten.

Nachteile

  • Im Gegensatz zur Blockchain unter Umständen geringere Validierung.
  • Die Verwaltung der Channels.

Fazit

Um die richtige Technologie für den eigenen Anwendungsfall auszuwählen, muss man sich mit eigenen Anforderungen seines gewünschten Use Cases intensiv auseinandersetzen, bevor man die Infrastruktur dafür aufbaut.

Legt man den größten Wert auf den sicheren und schnellen Datenaustausch, so sollte die Blockchain bzw. die Distributed Ledger in Vordergrund gestellt werden. Kommt ein Datentransfer nicht in Frage, so sollte man die ersten beiden Varianten priorisieren.

Warum die DLT als besondere Form der Blockchain entwickelt wurde und warum diese Form der Blockchain so starke Mehrwerte für die Finanzbranche mit sich bringt, das möchte ich gern in meinem nächsten Beitrag der Reihe Blockchain #WhatItIs schreiben.

Euer Vlad

Gastautor: Vladislav Zolotarev

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Verwandte Artikel